Ein positives Ergebnis beim Stuhltest löst bei vielen Menschen zunächst Sorge aus. Das ist verständlich. Wichtig ist aber: Ein positiver Test ist ein Hinweis, keine Diagnose. In diesem Ratgeber erfahren Sie, was das Ergebnis bedeutet, welche Ursachen infrage kommen und welche Schritte jetzt sinnvoll sind.
- Ein positiver Stuhltest bedeutet, dass Blut im Stuhl gefunden wurde. Das ist keine Krebsdiagnose.
- Mögliche Ursachen sind unter anderem Hämorrhoiden, Entzündungen, Darmpolypen oder Darmkrebs.
- Vereinbaren Sie zeitnah einen Arzttermin. Zur Abklärung wird in der Regel eine Darmspiegelung empfohlen.
Was bedeutet ein positiver immunologischer Stuhltest?
Ein immunologischer Stuhltest (iFOBT) weist mithilfe von Antikörpern menschliches Blut im Stuhl nach. Er findet auch Blutmengen, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind. Fällt der Test positiv aus, heißt das zunächst nur: In Ihrer Stuhlprobe wurde Blut gefunden.
Woher dieses Blut stammt, kann der Test nicht sagen. Kleine Blutmengen können ein Hinweis auf Darmpolypen oder Darmkrebs sein – sie haben aber oft auch andere, harmlosere Gründe. Nach Angaben des Krebsinformationsdienstes wird nur bei einem kleinen Teil der Menschen mit positivem Test tatsächlich ein bösartiger Tumor gefunden.
Ein Beispiel aus Modellrechnungen, die die Deutsche Krebshilfe und der Krebsinformationsdienst veröffentlichen: Von 1.000 Frauen, die zehn Jahre lang regelmäßig einen Stuhltest machen, haben 340 einmal ein auffälliges Ergebnis. Bei 223 von ihnen findet die anschließende Darmspiegelung weder Polypen noch Krebs, bei 114 werden Adenome (Krebsvorstufen) entdeckt und entfernt, bei drei Frauen wird Darmkrebs festgestellt. Bei Männern sind es 180 unauffällige Spiegelungen, 155 mit Adenomen und fünf mit Darmkrebs.
Mögliche Ursachen für Blut im Stuhl
Blut im Stuhl hat viele mögliche Ursachen. Die meisten davon sind gut behandelbar. Zu den Gründen, die Fachstellen nennen, gehören:
- Hämorrhoiden: Erweiterte Blutgefäße im Bereich des Afters sind laut Krebsinformationsdienst bei vielen Menschen der Grund für Blut im Stuhl.
- Kleine Verletzungen der Afterschleimhaut: Sie können ebenfalls Blutspuren verursachen.
- Darmpolypen: Gutartige Wucherungen der Darmschleimhaut, die bluten können. Manche Polypen (Adenome) können sich über Jahre zu Krebs entwickeln – deshalb ist es gut, sie früh zu finden. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber zum Darmpolypen-Test.
- Entzündungen im Darm: etwa durch eine Darminfektion oder eine chronisch entzündliche Darmerkrankung.
- Darmkrebs: Auch ein Tumor kann bluten. Das ist der Grund, warum jedes positive Ergebnis abgeklärt werden sollte.
Frauen, die noch ihre Regelblutung haben, sollten den Test erst einige Tage nach dem Ende der Periode machen. Sonst kann Menstruationsblut das Ergebnis verfälschen. Wie Sie sichtbare Blutspuren einordnen, erklärt unser Ratgeber Blut im Stuhl erkennen.
Warum eine Darmspiegelung der nächste Schritt ist
Nur eine Darmspiegelung (Koloskopie) kann klären, woher das Blut kommt. Die Felix Burda Stiftung betont, dass bei jedem positiven Testergebnis eine Darmspiegelung durchgeführt werden sollte – auch wenn Sie eine harmlose Ursache wie Hämorrhoiden vermuten. Denn eine bekannte Ursache schließt eine zweite nicht aus.
Der große Vorteil der Darmspiegelung: Werden Polypen gefunden, können sie meist direkt während der Untersuchung entfernt und im Labor untersucht werden. So lässt sich manchmal verhindern, dass überhaupt Krebs entsteht.
Gut zu wissen für gesetzlich Versicherte: Nach Angaben des Gemeinsamen Bundesausschusses haben Sie bei einem auffälligen Stuhltest immer Anspruch auf eine Darmspiegelung zur Abklärung. Außerdem ist eine Darmspiegelung zur Abklärung von Beschwerden jederzeit möglich.
Wie schnell sollten Sie zum Arzt gehen?
Ein positiver Stuhltest ist kein Notfall. Sie sollten das Ergebnis aber auch nicht liegen lassen. Vereinbaren Sie zeitnah einen Termin bei Ihrer Hausarztpraxis – oder direkt bei einer gastroenterologischen Praxis, die Darmspiegelungen durchführt. Nehmen Sie, wenn möglich, Ihr Testergebnis mit.
Der Krebsinformationsdienst rät: Wer Beschwerden wie Blut im Stuhl oder anhaltend veränderte Stuhlgewohnheiten bemerkt, sollte nicht bis zum nächsten Vorsorgetermin warten, sondern diese ärztlich abklären lassen. Sofort ärztliche Hilfe brauchen Sie bei starken, kolikartigen Bauchschmerzen mit Erbrechen oder wenn kein Stuhlgang mehr möglich ist.
Was beim Arzttermin und bei der Darmspiegelung passiert
- Gespräch: Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamenten und Darmkrebsfällen in der Familie.
- Vorbereitung: Für die Darmspiegelung muss der Darm vollständig entleert sein. Dafür gelten schon einige Tage vorher bestimmte Ernährungsregeln. Wie die Darmentleerung genau abläuft, erklärt Ihnen die Praxis vorab.
- Untersuchung: Sie findet meist ambulant statt. Ein biegsames Instrument mit Kamera wird in den Darm eingeführt. Auf Wunsch bekommen Sie eine kurze Narkose („Schlafspritze“). Die Untersuchung kann unangenehm sein, Schmerzen sind laut Krebsinformationsdienst aber selten.
- Befund: Auffälliges Gewebe und Polypen werden entfernt und feingeweblich untersucht. Das Ergebnis bespricht Ihre Praxis anschließend mit Ihnen.
Wie jede ärztliche Untersuchung hat auch die Darmspiegelung Risiken. Laut Krebsinformationsdienst kommt es bei etwa 1 bis 2 von 1.000 Frauen und 2 bis 3 von 1.000 Männern zu Komplikationen, meist leichten Blutungen, die oft noch während der Untersuchung gestillt werden. Sprechen Sie offen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Ihre Fragen.
Und wenn der Test negativ ist?
Ein negatives Ergebnis ist ein beruhigendes Zeichen, aber keine Garantie. Nicht jeder Tumor und nicht jeder Polyp blutet ständig. Deshalb ist es sinnvoll, den Stuhltest regelmäßig zu wiederholen. Im Früherkennungsprogramm der gesetzlichen Krankenkassen können Versicherte ab 50 Jahren alle zwei Jahre einen Stuhltest machen. Alternativ gibt es zwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren.
Ganz wichtig: Haben Sie trotz negativem Test Beschwerden, etwa sichtbares Blut im Stuhl oder länger veränderte Stuhlgewohnheiten, lassen Sie diese ärztlich abklären. Ein Selbsttest ersetzt keine ärztliche Untersuchung.
Ruhe bewahren – und handeln
Ein positives Ergebnis ist kein Grund zur Panik. In vielen Fällen steckt eine harmlose oder gut behandelbare Ursache dahinter. Es ist aber ein klarer Grund, die Ursache untersuchen zu lassen. Wird tatsächlich eine Krebsvorstufe oder ein früher Tumor gefunden, sind die Behandlungsmöglichkeiten in einem frühen Stadium nach Angaben der Deutschen Krebshilfe deutlich besser als später. Allgemeine Informationen finden Sie auch in unserem Ratgeber zur Krebsfrüherkennung.
Häufige Fragen
Heißt ein positiver Stuhltest, dass ich Darmkrebs habe?
Nein. Der Test zeigt nur, dass Blut im Stuhl gefunden wurde. Häufig stecken Hämorrhoiden, kleine Verletzungen, Entzündungen oder Polypen dahinter. Klarheit bringt nur eine Darmspiegelung.
Kann ich den Test einfach wiederholen, statt zur Darmspiegelung zu gehen?
Das ist nicht empfehlenswert. Ein zweiter, negativer Test würde das erste Ergebnis nicht entkräften, weil Blutungen zeitweise auftreten können. Ein positiver Befund sollte immer ärztlich abgeklärt werden.
Übernimmt die Krankenkasse die Darmspiegelung nach einem positiven Selbsttest?
Ob und wie die Kosten übernommen werden, klärt Ihre Arztpraxis mit Ihnen. Bei Beschwerden wie Blut im Stuhl ist eine Darmspiegelung zur Abklärung möglich. Fragen Sie im Zweifel auch bei Ihrer Krankenkasse nach.
Zu welchem Arzt gehe ich mit einem positiven Ergebnis?
Erste Anlaufstelle ist Ihre Hausarztpraxis. Darmspiegelungen führen Fachärztinnen und Fachärzte für Magen-Darm-Erkrankungen (Gastroenterologie) durch. Für eine Früherkennungs-Darmspiegelung brauchen Sie laut Krebsinformationsdienst keine Überweisung.
Wann sollte ich nach einem negativen Test erneut testen?
Im gesetzlichen Programm ist ab 50 Jahren alle zwei Jahre ein Stuhltest vorgesehen. Bei Beschwerden sollten Sie nicht auf den nächsten Test warten, sondern zur Ärztin oder zum Arzt gehen.
Sie möchten sich zu Hause einen ersten Eindruck verschaffen? Der immunologische Schnelltest PreventID® CC weist verborgenes Blut im Stuhl nach – das Ergebnis liegt nach etwa 10 Minuten vor. Ein positives Ergebnis sollten Sie immer ärztlich abklären lassen.
Quellen
- Darmkrebs-Vorsorge: Darmspiegelung und Stuhltest – Krebsinformationsdienst, DKFZ (abgerufen 2026)
- Darmkrebs: Symptome und Warnzeichen – Krebsinformationsdienst, DKFZ (abgerufen 2026)
- Darmkrebsfrüherkennung (Darmkrebs-Screening) – Deutsche Krebshilfe (abgerufen 2026)
- Stuhltest – Felix Burda Stiftung (abgerufen 2026)
- Darmkrebs-Vorsorge: Darmspiegelung jetzt auch für Frauen ab 50 Jahren möglich – Gemeinsamer Bundesausschuss (abgerufen 2026)
- Keine belastbare Evidenz für Ausweitung der organisierten Darmkrebs-Früherkennung auf jüngere Personen mit familiärem Risiko – Gemeinsamer Bundesausschuss (abgerufen 2026)
Medizinischer Hinweis: Ein Selbsttest ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei einem auffälligen Ergebnis oder Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.