# iFOBT oder Darmspiegelung? Unterschiede einfach erklärt

Für die Darmkrebsfrüherkennung stehen in Deutschland zwei Verfahren zur Wahl: der immunologische Stuhltest (iFOBT) und die Darmspiegelung (Koloskopie). Beide Untersuchungen haben ihre Stärken, unterscheiden sich aber deutlich im Aufwand und darin, was sie finden können. Hier erfahren Sie, wie die Verfahren funktionieren und welche Fragen Ihnen bei der Entscheidung helfen.

## So funktioniert der immunologische Stuhltest (iFOBT)

Der iFOBT sucht nach verstecktem (okkultem) Blut im Stuhl. Antikörper im Test binden an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin. So lassen sich auch Blutmengen nachweisen, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind. Der Hintergrund: Darmtumoren und Polypen bluten häufig, aber nicht immer.

Im Rahmen der gesetzlichen Früherkennung läuft der Test so ab:

- Sie erhalten das Testset in der Hausarzt-, Frauenarzt- oder Urologiepraxis.

- Zu Hause entnehmen Sie mit einem kleinen Stäbchen eine Stuhlprobe und verschließen sie im Probenröhrchen.

- Die Probe geben Sie möglichst bald in der Praxis ab. Sie wird an ein Labor geschickt.

- Bei einem unauffälligen Ergebnis hören Sie in der Regel nichts. Ist das Ergebnis auffällig, meldet sich die Praxis bei Ihnen.

Eine besondere Diät ist beim immunologischen Test nicht nötig. Frauen, die noch ihre Periode haben, sollten den Test erst einige Tage nach dem Ende der Blutung machen. Mehr zum Verfahren lesen Sie in unserem Ratgeber [Immunologischer Stuhltest](/immunologischer-stuhltest/).

## So funktioniert die Darmspiegelung (Koloskopie)

Bei der Darmspiegelung untersucht eine speziell qualifizierte Ärztin oder ein Arzt, meist aus der Gastroenterologie, den gesamten Dickdarm und Enddarm. Dazu wird ein dünner, beweglicher Schlauch mit Licht und Kamera über den After eingeführt. Die Bilder erscheinen auf einem Monitor. Die Untersuchung erfolgt in der Regel ambulant, eine Überweisung ist nicht nötig.

Fallen verdächtige Wucherungen auf, werden sie meist direkt während der Untersuchung mit einer kleinen Drahtschlinge oder Zange entfernt und im Labor untersucht. Das ist der entscheidende Unterschied zum Stuhltest: Die Darmspiegelung kann Vorstufen nicht nur finden, sondern sie auch gleich beseitigen.

## Vorbereitung: Was auf Sie zukommt

### Beim Stuhltest

Der Aufwand ist gering. Sie entnehmen die Probe zu Hause nach der Anleitung und bringen sie in die Praxis. Eine Darmreinigung ist nicht erforderlich.

### Bei der Darmspiegelung

- Der Darm muss vollständig entleert sein, damit die Schleimhaut gut beurteilt werden kann.

- Dazu nehmen Sie am Vortag ein Abführmittel ein und trinken reichlich klare Flüssigkeit, etwa Wasser, ungesüßten Tee oder Brühe.

- Sie erhalten vorab schriftliche Hinweise und ein Aufklärungsgespräch zu Darmreinigung und Ernährung.

- Auf Wunsch bekommen Sie eine kurze Beruhigungs- oder Schlafspritze. Danach dürfen Sie nicht selbst Auto fahren, eine Begleitperson ist sinnvoll.

## Was zahlt die Krankenkasse?

Seit dem 1. April 2025 gelten in der gesetzlichen Krankenversicherung für Frauen und Männer dieselben Angebote. Ab 50 Jahren können Sie wählen:

- **Stuhltest (iFOBT):** alle zwei Jahre

- **Darmspiegelung:** zweimal im Abstand von zehn Jahren. Wer die erste Früherkennungs-Darmspiegelung mit 65 Jahren oder später macht, hat Anspruch auf nur eine.

Nach einer ersten Darmspiegelung können Sie sich nach zehn Jahren auch für Stuhltests statt einer zweiten Darmspiegelung entscheiden. Die Krankenkassen laden Versicherte mit 50, 55, 60 und 65 Jahren schriftlich ein. Sie können aber auch ohne Einladung teilnehmen. Details finden Sie unter [Darmkrebsvorsorge und Krankenkasse](/darmkrebsvorsorge-krankenkasse/).

Gibt es Darmkrebs in Ihrer Familie, kann eine Früherkennung schon vor dem 50. Lebensjahr sinnvoll sein. Sprechen Sie dazu mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

## Vor- und Nachteile im Vergleich

| 
Immunologischer Stuhltest (iFOBT) | 
Darmspiegelung (Koloskopie) | 

Was wird untersucht? | 
verstecktes Blut im Stuhl | 
der gesamte Dick- und Enddarm | 

Polypen entfernen | 
nein | 
ja, meist direkt während der Untersuchung | 

Vorbereitung | 
keine Darmreinigung, keine Diät | 
Abführmittel und klare Flüssigkeit am Vortag | 

Durchführung | 
Probe zu Hause, Auswertung im Labor | 
ambulant in einer Facharztpraxis, auf Wunsch mit Sedierung | 

Abstand (GKV) | 
alle zwei Jahre ab 50 | 
zweimal im Abstand von zehn Jahren ab 50 | 

Grenzen | 
nicht jeder Tumor blutet; ein einzelner Test übersieht manche Krebserkrankungen und viele Adenome | 
etwa 5 von 100 Tumoren werden übersehen, vor allem kleine oder flache | 

Risiken | 
keine körperlichen Risiken durch die Probenentnahme | 
selten Komplikationen, vor allem leichte Blutungen nach Polypenentfernung | 

Die Darmspiegelung gilt als die sicherste Methode der Darmkrebsfrüherkennung. Komplikationen sind selten: Sie treten bei etwa 1 bis 2 von 1.000 Frauen und 2 bis 3 von 1.000 Männern auf. Am häufigsten sind leichte Blutungen, die meist noch während der Untersuchung gestillt werden. Der Stuhltest ist dagegen einfach und ohne Eingriff, liefert aber nur einen Hinweis, keine Diagnose.

## Was passiert nach einem positiven Stuhltest?

Ein positives Ergebnis bedeutet zunächst nur, dass Blut im Stuhl gefunden wurde. Das ist nicht automatisch Krebs. Mögliche Ursachen sind auch Hämorrhoiden, Entzündungen oder Polypen. Polypen können Vorstufen von Darmkrebs sein, ihre Entfernung kann Krebs verhindern.

Nach einem auffälligen Stuhltest besteht immer ein Anspruch auf eine Darmspiegelung zur Abklärung. Bedenken Sie das schon bei der Wahl des Tests: Ein positiver Stuhltest führt in der Regel zur Darmspiegelung. Was Sie konkret tun sollten, erklärt unser Ratgeber [Stuhltest positiv – was tun?](/stuhltest-positiv-was-tun/).

Umgekehrt gilt: Ein negativer Stuhltest schließt Darmkrebs nicht sicher aus, weil nicht jeder Tumor blutet. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie deshalb auch nach einem unauffälligen Test ärztlichen Rat einholen.

## Wo passen Selbsttests für zu Hause?

Immunologische Stuhltests gibt es auch als Selbsttest, den Sie zu Hause durchführen und selbst ablesen. Ein solcher Test kann eine Ergänzung sein, etwa wenn Sie sich einen ersten Eindruck verschaffen möchten oder einen Termin für die Früherkennung noch planen. Er ist jedoch kein Ersatz für das Früherkennungsprogramm Ihrer Krankenkasse. Ein Selbsttest ersetzt keine ärztliche Untersuchung.

- Ein positives Ergebnis sollten Sie immer ärztlich abklären lassen.

- Ein negatives Ergebnis ist keine Entwarnung bei Beschwerden.

- Polypen kann nur die Darmspiegelung finden und entfernen. Mehr dazu lesen Sie unter [Darmpolypen-Test](/darmpolypen-test/).

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## Häufige Fragen

### Ist der Stuhltest genauso gut wie eine Darmspiegelung?

Nein. Die Darmspiegelung gilt als sicherste Methode, weil sie den gesamten Darm sichtbar macht und Polypen direkt entfernt werden können. Der Stuhltest ist einfacher, findet aber nur Blut und übersieht manche Tumoren und viele Adenome.

### Wie oft kann ich einen Stuhltest auf Kassenkosten machen?

Frauen und Männer ab 50 Jahren können alle zwei Jahre einen immunologischen Stuhltest machen, wenn sie keine Darmspiegelung wünschen.

### Muss ich vor dem iFOBT auf bestimmte Lebensmittel verzichten?

Nein. Beim immunologischen Test ist keine besondere Diät nötig. Frauen sollten den Test nicht während und einige Tage nach der Periode durchführen.

### Wann ist nach einer Darmspiegelung die nächste fällig?

Ist der Befund unauffällig, nach zehn Jahren. Wurden Polypen entfernt, ist eine Kontrolle meist schon nach drei bis fünf Jahren sinnvoll, in manchen Fällen früher.

### Ist die Darmspiegelung schmerzhaft?

Starke Schmerzen sind selten, die Untersuchung kann aber unangenehm sein. Auf Wunsch erhalten Sie eine kurze Sedierung.

## Quellen

- Krebsinformationsdienst (DKFZ): Darmkrebs – Vorsorge und Früherkennung: [https://www.krebsinformationsdienst.de/darmkrebs/frueherkennung](https://www.krebsinformationsdienst.de/darmkrebs/frueherkennung)

- Deutsche Krebshilfe: Darmkrebsfrüherkennung: [https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/krebsvorsorge-und-krebsfrueherkennung/darmkrebsfrueherkennung/](https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/krebsvorsorge-und-krebsfrueherkennung/darmkrebsfrueherkennung/)

- Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): Darmkrebs-Screening – Pressemitteilung zum 1. April 2025: [https://www.g-ba.de/presse/pressemitteilungen-meldungen/1248/](https://www.g-ba.de/presse/pressemitteilungen-meldungen/1248/)

- Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): Darmkrebs-Vorsorge angepasst: [https://www.kbv.de/praxis/tools-und-services/praxisnachrichten/2025/04-10/](https://www.kbv.de/praxis/tools-und-services/praxisnachrichten/2025/04-10/Darmkrebs-Vorsorge%20angepasst-%20KBV%20stellt%20neue%20Infokarte%20f%C3%BCr%20Patienten%20zur%20Verf%C3%BCgung)

- Felix Burda Stiftung: Vorsorge und Früherkennung: [https://www.felix-burda-stiftung.de/darmkrebsvorsorge/frueherkennung](https://www.felix-burda-stiftung.de/darmkrebsvorsorge/frueherkennung)

- Krebsinformationsdienst (DKFZ): Darmkrebs – Risikofaktoren und Vorbeugung: [https://www.krebsinformationsdienst.de/darmkrebs/risikofaktoren](https://www.krebsinformationsdienst.de/darmkrebs/risikofaktoren)

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Quelle: https://www.krebsprobe.de/ifobt-oder-darmspiegelung/ · Stand: 2026-11-02
Hinweis: Ein Selbsttest ersetzt keine ärztliche Untersuchung.
